Durch die Wildnis in den hohen Norden
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Wir lassen Kinloch Rannoch hinter uns und biegen bei Balmore links
ab auf die B847. Es hat nichts mit dem Castle Balmoral
zu tun, wo im August die englische Königin verweilt. |
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Über Trinafour geht es weiter am Glen Errochty vorbei in nördlicher
Richtung ab auf die A9. Links und rechts sind hohe
Steinmassive unsere Begleiter, zu unserer Linken folgt der
majestätische Ausblick auf das Glen Gary. Bahnschienen begleiten uns einige Kilometer, die Schatten der Wolken gleiten über die Berge. Dann ein Schild 'Welcome to the Highlands' als wir in den Forest of Atholl fahren.
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Zwischendurch wird die A9 zweispurig und das ist jedes Mal unsere Chance, langsame PKWs und LKWs zu überholen. Es ist recht heiß an diesem Tag und wir lächeln über die Schneestangen an beiden Seiten der Straße, die im Winter die Fahrbahn markieren. Auf dem Rastplatz Ralia machen wir Pause, und finden, wie eigentlich überall in Schottland, sehr saubere sanitäre Anlagen vor. Auf der Weiterfahrt Richtung Aviemore wird der Verkehr immer dichter.
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Als wir Aviemore erreichen, taucht eine riesige Felswand zu unserer
Linken auf. Diese Felswand wird Nachts mit Scheinwerfern angestrahlt und
ist weithin sichtbar. Der River Spey, der seit vielen Kilometern unser Begleiter war, verlässt uns nun und als wir den River Dulnain überqueren, ändert sich die Landschaft. Die Strasse führt uns zwischen Kiefern und Heidekraut hindurch.
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Dann Aufregung, als wir den River Findhorn überqueren und am Loch
Moy vorbeifahren: im Kiefernwald vom Drummossie Muir tobt ein Waldbrand.
Löschfahrzeuge aus Inverness rücken an und überall ist Qualm. Zum Glück scheint die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu haben, wir können weiterfahren und erreichen Inverness.
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Als wir die Brücke vom Longman Point nach Craigton überfahren,
haben wir einen phantastischen Ausblick. Links das Beauly Firth und rechts das Moray Firth. Kurz darauf sind
wir auf der Halbinsel Black Isle. Eine langezogene Brücke führt
uns weiter über den Cromarty Firth und wir sehen mehrere Bohrinseln
auf der rechten Seite.
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Das Gelände ist inzwischen recht flach geworden, wir tanken noch einmal zu vernünftigen Preisen bei Kildary, bis wir Tain passieren und auf die A836 abbiegen. Kurz nach Bonar Bridge halten wir und werfen einen traumhafen Blick von von einer hohen Brücke auf das Carbisdale Castle, auch Castle Spite genannt. Die Comtess of Sutherland, Mary Caroline Mitchell ließ es von 1906-1917 bauen.
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Ein kurzer Stopp in Lairg folgt und wir stellen wieder einmal enttäuscht fest, dass es in schottischen Pubs immer seltener etwas zu Essen gibt. Als die A836 sich in einen Single Track verengt, wird es Ernst und immer wieder muss ich an den Satz 'Altnaharra is not the Sahara' denken. Flaches Gebiet, umrahmt von Bergketten, wunderschöne Einsamkeit, auf der linken Seite begleitet uns ein kleiner Rinnsal, der Tirry. Eine Urlandschaft, hin und wieder Cattle Grids.
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Wir kommen nach Crask Inn, zu unserem Erstauen weist ein Schild in deutscher Sprache auf Lämmer hin. Dann erreichen wir Altnaharra, wir kommen weiter nördlich am Loch Loyal vorbei. Viele Bremsen gibt es hier, hin und wieder sind die Reste von verlassenen Häusern zu sehen. Sie dienen nun als als Unterkünfte für die Schafe in kalten Nächten. Wollgras, Farn, Heide und Birken sehen wir während wir vorbei am kleinen Loch Croggie immer höher kommen.
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Dann ist der wunderschöne, einsame Ritt durch die Wildnis zuende,
wir erreichen Tongue und werden mit einem fantastischen Blick auf die Bucht
von Tongue belohnt. Wir machen einen Abstecher nach Durness über die A838 um die
Höhlen von Smoo Cave zu besuchen. Vorbei an einer kleinen Jugendherberge
geht es über einen Damm in den Kyle of Tongue und es wird aufregend.
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Die Landschaft verändert sich, wird zunächst felsig und flach, um dann über ein 15 %-Gefälle in eine Berg- und Talfahrt durch eine grandiose Landschaft überzugehen. Weiter am Loch Eribol auf die andere Seite. Neben verfallenen Häusern stehen hier viele Wohnwagen von Aussteigern. Die Berge geben den Blick auf eine große Bucht mit weißem Strand frei, wir haben das Gefühl, uns irgendwo am Mittelmeer zu befinden, nur die vielen Bremsen, die hier herumschwirren, passen nicht ins Bild. Der Weg geht steil nach oben und schlängelt sich weiter Richtung Durness, wir sind immer auf der Hut vor Schafen auf der engen Straße.
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Nach dieser aufregenden Fahrt ist die kühle
Höhle von Smoo Cave eine Erholung für uns. Es ist beeindruckend
schön hier, wir lauschen den Wassertropfen, die teilweise aus einer
Höhe von 25 Metern von der Höhlendecke herunterfallen. Nun geht
es den gleichen Weg wieder zurück und immer wieder müssen wir
vor dem Gegenverkehr in eine Parkbucht ausweichen. Glücklich erreichen wir Tongue und fahren auf der A836 nahe des Atlantik weiter.
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Auf Single Tracks geht es weiter, bei Coldbacki haben wir eine unvergleichliche Aussicht auf das Meer, eine Kuh versperrt uns vor einem Cattle Grid den Weg. In der Abendsonne genießen wir die Aussicht auf die Bucht von Bettyhill, dann wird die Straße wieder breiter, und wir fahren ein Stück von der Küste weg. Über Armadale, Strathy, Melvich erreichen wir Thorso. Auf gerader Strecke geht es weiter nach Castletown, vorbei an alten Burgruinen und wir beschließen, hier auf der Rückfahrt vorbeizuschauen.
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Die Bucht von Dunnet breitet sich vor uns aus, ein fantastischer Anblick.
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Wir steigen aus, und werden vom ersten Highland-Büffel auf
dieser Route begrüßt.
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Nach einer bescheidenen Zeche von 33 Pds geht es zurück in
unsere Bed & Breakfast-Unterkunft. Wir finden alles was wir brauchen, sogar Internetanschluss. Wir prüfen kurz unsere Emails aus der Heimat und genießen hinterm Haus die Aussicht auf 30 Meter hohe Klippen.
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Am nächsten Morgen geht es gut abgefüllt nach einem ausgiebigen
typischen britischen Frühstück weiter auf der B855 in nördlicher
Richtung.
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Endlich erreichen wir unser Ziel: Dunnet Head, den nördlichsten Punkt Schottlands mit seinem Leuchtturm. Wir werfen einen Blick auf die Orkney Inseln und es geht zurück
zur Bucht Dunnet Bay. Dort befindet sich der schönste Strand Schottlands,
er ist sogar noch besser als der etwas kleinere bei Bettyhill.
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Natürlich sind die Strände von Morar, Arisaig, Uist und
Harris auch nicht zu verachten.
Weißer Sand und klares Wasser, selbst Römö und Amrum
können da nicht mithalten.
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Wir haben zwar keine Badesachen dabei, aber das lassen wir uns nicht
entgehen. Selbst ein Bademuffel wie ich geht in Unterhose in das Wasser
und schwimmt eine kurze Strecke in dem eiskalten Atlantik, schließlich
hilft Salzwasser gut gegen Mitches-Bisse. Unter Protest der Kinder verlassen wir dieses Badeparadies und es
geht zurück über die A836 nach Thorso.
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Diesmal statten wir der alten Ruine bei Castletown den versprochenen
Besuch ab. Über die A882 und die A895 geht es durch Heidelandschaft,
in der Torf gestochen wird, weiter an die Ostküste auf die A9. Ab
Dunbeath - hier lebte Neill M. Gunn - wird es aufregend. Die offene See zur Linken ist nun unser Begleiter und das Schild 'Try Your Brakes!' bei Berriedale sagt schon alles. Eine wahnsinnige Berg- und Talfahrt beginnt.
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Wir können das Gummi unserer Bremsen riechen während es serpentinengleich landeinwärts runter und im nächsten Moment steil bergauf Richtung Meer nach Helmsdale geht. Wir kommen durch die hübsche Kleinstadt Bora mit ihrer Destillery. Dunrobin Castle sieht recht neu aus, und das bedeutet hohe Eintrittpreise, also fahren wir weiter. Nachdem wir die lange Brücke bei Durnoch überquert haben und Tain erreichen, schließt sich die Rundreise.
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Es geht wieder über die große Brücke über
den Morray Firth bei Inverness und wir erreichen Aviemore. Bei Fish and Chips ruhen wir uns aus und setzen den Rest der Rückreise
fort. Nach zügiger Fahrt über die A9 nehmen wir bei Glen Gary
einen kleinen Nebenweg Richtung Trinafour. Es ist ein recht enger Weg, der sich auf und ab durch eine grandiose Landschaft schlängelt.
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| Immer wieder laufen Schafe auf die Straße und wir kommen nur
langsam vorwärts, bis wir den Ben A' Chuallaich wie einen Giganten
vor uns sehen. Vorbei geht es an der Powerstation Trinafour und wir sehen
einen Einheimischen beim Rasenmähen: er trägt einen schwarzen
Moskitoschutz. Die Sonne steht schon recht tief, als wir durch Schwärme
von Mitches zurück in unser Quartier fahren. |