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Ardnamurchan I
- Der westlichste Teil des Festlands -

Ardna-wie? Als die Planungen für eine Fahrt nach Ardnamurchan anliefen, war es recht schwierig, überhaupt Informationen über diese entlegene Halbinsel zu erhalten. Mein besonderer Dank gilt hierbei Brenda von www.west-scotland-tourism.com. Hier ist zunächst einmal eine Karte, auf der man sehen kann, wo Ardnamurchan liegt.

Die Halbinsel Ardnamurchan ist der westlichste Punkt von Großbritannien. Von Strontian aus läuft die A861 in wilden Rechts- und Linkskurven westlich vorbei an der Nordseite des Loch Sunart bis nach Salen. In wilder Berg- und Talfahrt geht es dann über eine Stunde lang bis ins Innere der Halbinsel, vorbei am alten Vulkan Ben Hiant. Kilchoan ist der größte Ort in Ardnamurchan: ein Geschäft und eine Tankstelle. Oh, ja, eine Ampel gibt es hier auch, sie befindet sich in der Nähe des Leuchtturms. Aber es gibt noch viel, viel mehr....

Vom Norden her passieren wir Thurso und folgen der A9 entlang der Östküste Schottlands. Bis auf ein paar Bauarbeiten in Helmsdale kommen wir schnell voran. Es kommt mir vor, als wenn die Fahrt kein Ende nehmen will, was ja auch kein Wunder ist, wenn die Kinder entweder Eis brauchen oder aufs Klo müssen. Irgendwo weit hinter Loch Ness kehren wir auf ein Mittagessen ein.

Am Loch Ness, besonders bei Drumnadrochit findet eine Invasion von Bussen mit japanischen Touristen statt. Egal, wir waren da schließlich schon ein paar Male und fahren schnell weiter.


Über Fort Augustus und Fort William erreichen wir die Fähre von Corran. Wir löhnen PDS 5,20 für uns und den Wagen und schippern nach Ardgour. Nach wenigen Minuten sind wir neben dem Leuchtturm und ein Ritt durch die Einsamkeit beginnt. Der Regen wird immer heftiger aber genau das gibt der majestätischen Landschaft einen ganz besonderen Reiz.

Nachdem wir Salen hinter uns gelassen haben, kann nichts mehr schiefgehen, denn nun müssen wir nur noch dieser sich ständig wie eine Schlange windenden, auf und ab gehenden Straße folgen. Mittlerweile sind die Berge im Nebel verschwunden und wir kommen uns wie auf einer Achterbahn vor. Wenigstens den Kindern bringt es Spaß, nur der Fahrer muss bei dem gelegentlichen Gegenverkehr und der schlechten Sicht höllisch aufpassen.

Hinter Glenborrodale taucht nun Loch Sunart zu unserer Linken auf und die turbulente Reise geht weiter. Auf und ab, S-Kurven und immer wieder der typische Klang eines Cattle-Grids. Irgendwo sollte jetzt der ehemalige Vulkan Ben Hiant auftauchen, doch vor lauter Nebel ist nichts zu sehen.

Noch eine kurze Strecke durch einen Wald und wir erreichen Branault, dann Kilmory, und schließlich Air-an-Oir, was soviel wie “On the Edge” bedeutet. Mary Adam, die Besitzerin dieses Hauses konnte leider nicht mehr auf uns warten, doch in einem Briefumschlag finden wir die Haustürschlüssel. Neugierig treten wir ein und finden ein traumhaftes Cottage vor, sicherlich das beste, das wir bisher gemietet haben.

Das Haus ist bestens eingerichtet und es ist alles Nötige vorhanden. Die Landschaft ist einfach großartig und wir haben einen erstklassigen Ausblick auf die große Bucht Port an Eilean Mhoir.

Mary Adam meldet sich telefonisch und hat noch ein paar Tipps für uns. Neben dem Piano im Wohnzimmer finden wir einige englische videos. Wir entscheiden uns für "Harry Potter and the Prisoner of Azkaban" und lassen den Tag ausklingen.

von nun an genießen wir bei den Mahlzeiten die gigantische Aussicht auf die Bucht und die Hebridensee. In der Ferne sehen wir die Inseln Muck, Rum, Eigg, and Skye, irgendwo zur rechten Seite liegt Arisaig. Besodners faszinierend ist es in der Nacht, all die Lichter und Leuchttürme in der Ferne zu betrachten.

In der Bucht vor dem Haus befindet sich eine lava-Insel, die nur bei Ebbe zu erreichen ist, wie wir allerdings erst später herausfinden. Mit nassen Füßen treten wir den Heimweg an und passieren grasende Pferde. Hier befindet sich Swordle Bay House.

Neugierig klopfe ich an und zwei junge Damen öffnen mir. Nachdem ich mich vorgestellt habe, werde ich freundlich eingelassen und anschließend in ein großes Zimmer, eine regelrechte Bibliothek, geführt: ein ganzes Zimmer voll mit deutschen Büchern! Die beiden Damen erklären mir, dass all diese Bücher dem vorherigen, deutschen Besitzer, einem gewissen Mr Hammel gehörten.

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